Regel Nr. 5: Gesellschafter über Situation informieren

Nach § 84 Abs. 1 Nr. 1 GmbHG  muss der Geschäftsführer den Gesellschaftern anzeigen, wenn das Stammkapitalszur Hälfte aufgebraucht ist. Die Unterlassung ist – mit bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe – unter Strafe gestellt. Die Verfolgung des Delikts ist selten, gleichwohl ist es ein Leichtes, wenn ein Überschuldungsstatus vorliegt, dieses strafrechtliche Risiko zu beseitigen. Der Geschäftsführer sollte auch auf Dokumentation achten und einen schriftlichen Gesellschafterbeschluss herbeiführen, in dem die Anzeige der hälftigen Aufzehrung des Stammkapitals bestätigt wird. Die Überprüfung führt außerdem dazu, dass der Geschäftsführer das Risiko seiner persönlichen Haftung nach besser einschätzen kann, denn Zahlungen entgegen des § 30 GmbHG  sind vom Geschäftsführer  persönlich zu ersetzen.

Regel Nr. 4: aktuelle BWA erstellen

Auch die Vernachlässigung der Buchhaltung während des gesamten Jahres, worauf sonst niemand schaut, wird in der Unternehmenskrise strafbar. Die Verletzung der Buchführungspflicht ist nach§ 283 b Abs. 1 Nr. 1 StGB ebenfalls mit Strafe bedroht und dies kann 2 Jahre Freiheitsstrafe bedeuten. Ebenso wie ein Bankrottdelikt, § 283 StGB, wird eine Verurteilung nach wegen Versetzung der Buchführungspflicht auch außerhalb des Strafrechts verfolgt: Nach § 6 Abs. 2 S.3 GmbHG kann der Betroffene auf die Dauer von fünf Jahren seit der Rechtskraft des Urteils nicht Geschäftsführer einer (anderen) GmbH sein.

Regel Nr. 3 Bilanzen erstellen – und zwar rechtzeitig!

In einer Krise müssen bzgl. der Erstellung des Jahresabschlusses die handelsrechtlichen Aufstellungsfristen (3 bzw. 6 Monate) beachtet werden. Werden die Abschlüsse zB erst im Herbst des Folgejahres erstellt,  macht sich der Geschäftsführer in der Krise strafbar, denn § 283 Abs. 1 Nr 7b StGB bedroht diese Verwirklichung des Bankrotttatbestandes mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe. Das Delikt wird regelmäßig angeklagt, weil das Gutachten des Insolvenzverwalters stets Angaben über die ihm vorliegenden Jahresabschlüsse und deren Erstellungsdaten enthält. Als Teil der Insolvenzakten wird dieses immer an die StA weitergeleitet, die ohne großen Ermittlungsaufwand Anklage erhebt.